Von bestehenden ORCID-Integrationen in Deutschland lernen – Forschungszentrum Jülich

Paul Vierkant Allgemein 0 Comments

Als zweites Best-Practice-Beispiel in unserer Blog-Interviewreihe „Von bestehenden ORCID-Integrationen in Deutschland lernen“ steht stellvertretend für das Forschungszentrum Jülich Claudia Frick Rede und Antwort. Frau Frick ist Leiterin des Fachbereichs Literaturerwerbung und des Teams „Wissenschaftliches Publizieren“ sowie Fachreferentin für Mathematik, Informatik, Physik, Materialforschung und Technik an der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich.

Welche Gründe gab es für die Integration von ORCID an Ihrer Einrichtung?

Mit mehr als 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und über 60 verschiedenen wissenschaftlichen Instituten sind bei bibliometrischen Analysen für die gesamte Einrichtung viele Hürden zu überwinden. Unter anderem gilt es die Vielfalt der Affiliationen zu berücksichtigen, um zu identifizieren, welche Autorinnen und Autoren überhaupt zum Forschungszentrum gehören. Bei einem flächendeckenden Einsatz von ORCID iDs würde dieser Arbeitsschritt erleichtert, da man wüsste, welche Autorinnen und Autoren mit welchen ORCID iDs derzeit zum Forschungszentrum Jülich gehören. Ziel war es also, die Autorinnen und Autoren sowohl zum Anlegen einer ORCID iD zu bewegen, als auch diese ORCID iDs zu kennen.

Was waren die wichtigsten Schritte bei der Integration?

Die Hürde für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollte möglichst gering gehalten werden, daher war es zunächst wichtig einen klaren Workflow zu definieren. Bei der Integration in unsere Publikationsdatenbank JuSER wurden dann schrittweise einzelne Module implementiert: Anlegen einer ORCID iD mittels eines personalisierten Links, automatische Eintragung der ORCID iD in die Publikationsdatenbank, Hochladen der Publikationen durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ORCID. Zudem sollten alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die neue Möglichkeit informiert werden. Um diesen Prozess zu verstetigen und auch neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf den Service aufmerksam zu machen, werden regelmäßig automatische E-Mails an jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschickt, die zwar Publikationen, aber noch keine ORCID iD in die Publikationsdatenbank eingetragen haben.

Mailings

In regelmäßigen Abständen erhalten publizierende MitarbeiterInnen deren ORCID iD noch nicht in der Publikationsdatenbank JuSER hinterlegt ist eine E-Mail.

In regelmäßigen Abständen erhalten publizierende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deren ORCID iD noch nicht in der Publikationsdatenbank JuSER hinterlegt ist eine E-Mail.

Wie wird ORCID in Ihrer Einrichtung verwendet?

Das Forschungszentrum Jülich möchte mit dieser zuverlässigen Autoren-Zuordnung zum einen die Sichtbarkeit der Jülicher Forschung erhöhen. Dieser Identifier unterstützt also die Selbstdarstellung sowohl der einzelnen Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, als auch der ganzen Einrichtung. Zum anderen erleichtert die Kenntnis der ORCID iDs aller Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bibliometrische Analysen. Zudem geben die ORCID-Profile vielfältige Möglichkeiten, sich in den für das Forschungszentrum Jülich interessanten Fachgebieten in der Wissenschaftswelt zu orientieren, um z.B. nationale oder internationale Kooperationen vorzubereiten oder wissenschaftliche Allianzen zu entwickeln.

Welche Herausforderungen gab es und wie sind Sie Ihnen begegnet?

Eine formale Herausforderung war die interne Abstimmung mit den unterschiedlichen Gremien wie beispielsweise dem Betriebsrat. Wir konnten diese Hürden jedoch gut meistern. Das von ORCID DE in Auftrag gegebene datenschutzrechtliche Gutachten unterstützt die Entscheidung für ORCID als Autorenidentifikator. Technische Herausforderungen, wie das Arbeiten mit der ORCID-Schnittstelle, konnten dank der ORCID-Sandbox gut genommen werden.

Workflow

Der Workflow der ORCID-Integration am Forschungszentrum Jülich.

Der Workflow der ORCID-Integration am Forschungszentrum Jülich.

Wie ist das Feedback der Mitglieder Ihrer Einrichtung?

Das Feedback der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist sehr positiv. Viele begrüßen ORCID und die damit einhergehende Eindeutigkeit in der Zuordnung von Publikationen und Personen. Die Möglichkeit, sein ORCID-Profil auf Wunsch aus der Publikationsdatenbank heraus zu aktualisieren, wird gerne genutzt.

Was sind Ihre Zukunftspläne für ORCID an Ihrer Einrichtung?

Ziel ist es, eine möglichst hohe ORCID-Abdeckung zu erreichen. Derzeit, also etwa 1,5 Jahre nach der Integration, haben knapp 60% aller publizierenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich ihre ORCID iD in der Publikationsdatenbank hinterlegt. Neben den kontinuierlichen Erinnerungs-E-Mails gibt es viele unterschiedliche Angebote, um das Bewusstsein für ORCID zu stärken: Neben ausführlichen Informationen im Intranet wird ORCID bereits in der Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgestellt. Der Anteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ORCID iDs soll auch in Zukunft weiter steigen. 

Wachstum der ORCID iDs

Wachstum der ORCID iDs

Anteil der publizierenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer in der Publikationsdatenbank JuSER hinterlegten ORCID iD seit Beginn der Integration (Stand: September 2017).

Welchen Rat würden Sie anderen Einrichtungen geben, die eine Integration von ORCID planen?

Besonders wichtig erscheint im Nachhinein die klare Definition des gewünschten Workflows und dessen Modularisierung. Wie soll unser Workflow aussehen? Welche Schritte hat dieser Workflow? Welche Funktionalitäten sind die Pflicht und welche die Kür?

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