Von bestehenden ORCID-Integrationen in Deutschland lernen – Universität Bielefeld

Paul Vierkant Best-Practice, Blog 0 Comments

Unsere Blog-Interviewreihe „Von bestehenden ORCID-Integrationen in Deutschland lernen“ startet im neuen Jahr mit der Universität Bielefeld als viertes Best-Practice-Beispiel. Erfahrungen zu ihrer ORCID Integration teilen Petra Kohorst, Hauptentwicklerin im Bielefelder Publikationsmanagementsystem PUB und Vitali Peil, Koordinator des PUB-Teams.

Welche Gründe gab es für die Integration von ORCID an Ihrer Einrichtung?

Mit dem  Publikationsmanagementsystem PUB verfügt die Universität Bielefeld über ein zentrales Instrument für den Nachweis und die Pflege von Publikationen von Universitätsangehörigen. Dieser Service ist innerhalb der Universität etabliert. Wir haben uns entschieden, ORCID in PUB zu integrieren, um auch weiterhin das Publikationsmanagement innovativ zu gestalten.
Desweiteren möchten wir unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen vollständig automatischen Publikationsprozess und -nachweis ermöglichen. Zudem planen wir, mit Hilfe der ORCID iD die Publikationslisten unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig aus unterschiedlichen, externen Quellen zu ergänzen.

Was waren die wichtigsten Schritte bei der Integration?

Vor Beginn der Implementierungsarbeiten war zunächst die Mitgliedschaft bei ORCID zu beantragen. Einer der wichtigsten Schritte bei der Implementierung war zunächst einmal die Erarbeitung eines auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Workflows. Da hier verschiedene Varianten denkbar sind, war dies eine der schwierigeren Aufgaben. Der größte Aufwand war die technische Umsetzung in unserem PUB-System, da es hier noch keine Standardkomponente gab.

Wie wird ORCID in Ihrer Einrichtung verwendet?

An der Universität Bielefeld sind mit der Integration zwei unterschiedliche Szenarien implementiert. Zum Einen kann man sich über PUB für eine ORCID iD registrieren. Diese wird dann zeitgleich im PUB-Autorenprofil gespeichert und alle verknüpften Nachweise werden mit dieser ORCID iD angereichert. Zweitens kann man sich für eine Synchronisierung der Daten zwischen PUB und ORCID entscheiden. In diesem Fall werden alle verknüpften Publikationen nach ORCID übertragen. Dies beinhaltet auch Aktualisierungen und Löschungen.

Verknüpfung der ORCID iD mit dem PUB-Account
Verknüpfung der ORCID iD mit dem PUB-Account

Workflow der Verknüpfung der ORCID iD mit dem PUB-Account

Welche Herausforderungen gab es und wie sind Sie Ihnen begegnet?

Unsere Phase der Implementierung fiel in einen ungünstigen Zeitraum. Als die Implementierung fast abgeschlossen war, wurde die Version 2 der ORCID-API zum Standard. Die Migration des Codes auf die neue Version wurde dadurch erschwert, dass die Dokumentation zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig war, insbesondere was die Fehlercodes anging.

Wie ist das Feedback der Mitglieder Ihrer Einrichtung?

Das Feedback unserer Forscherinnen und Forscher ist durchweg positiv. Viele hatten bereits vor der Integration in unserem System eine ORCID iD. Die Mehrwerte der vereinfachten Publikationspflege werden positiv wahrgenommen. Wir haben allerdings noch Schwierigkeiten, gewisse Fachbereiche mit diesem Service zu erreichen.

Was sind Ihre Zukunftspläne für ORCID an Ihrer Einrichtung?

Einer der Pläne für die Zukunft ist die allgemeine Verbreitung von ORCID an der Universität Bielefeld. Bisher gibt es 240 ORCID iDs im PUB-System (Stand: Dez. 2017). Es werden stetig mehr ORCID iDs hinzukommen. Trotzdem möchten wir mit diesem Angebot aktiv an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herantreten.
Ein weiterer Plan ist der automatische Import von Publikationsdaten über ORCID. Hierbei soll der geplante Notification Service von ORCID zum Einsatz kommen. Wir würden damit den Pflegeaufwand für Forschende sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekare auf ein Minimum reduzieren.

Welchen Rat würden Sie anderen Einrichtungen geben, die eine Integration von ORCID planen?

Überlegen Sie sich zu Anfang ganz genau welche Workflows Sie in Ihrem System abbilden wollen. Danach setzen Sie sich frühzeitig mit dem ORCID-Support in Verbindung. Schließlich ist eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln, welche die Zielgruppe erreicht und die Vorteile dieses Services beleuchtet.

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