Gipfeltreffen im Zusammenspiel von ORCID mit GND und Deutscher Nationalbibliografie

Antonia Schrader Blog, GND Leave a Comment

EIN BEITRAG VON STEPHANIE GLAGLA-DIETZ (DNB)

Mitte Februar 2022 hat ein statistisches „Gipfeltreffen“ im Zusammenspiel von ORCID iDs in der Gemeinsamen Normdatei (GND) und den dadurch ermöglichten Verknüpfungen mit den Titeldaten der Deutschen Nationalbibliografie stattgefunden. Am späten Abend des 16. Februar 2022 wurde der 100.000ste Titeldatensatz der Deutschen Nationalbibliografie durch einen maschinellen Prozess mit ORCID iDs verknüpft. Weniger als eine Woche später, am Vormittag des 22. Februar 2022, wurde die 160.000ste ORCID iD in einem Personendatensatz der GND erfasst.

Initiiert durch das ORCID-DE-Projekt gelangen die ORCID iDs über unterschiedliche Wege in die 5,7 Millionen GND-Personendatensätze. 21.385 ORCID-Nutzer:innen haben die Claiming-Services der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) – wir berichteten hierzu im Juli 2019 – oder BASE genutzt und dadurch selbst ihre ORCID iDs in die GND-Datensätze eingetragen. In der DNB wird seit Anfang Februar ein neues Verfahren getestet, dass es Formalerschließer:innen ermöglichen wird, mit wenigen Klicks und Ergänzungen einen GND-Personendatensatz zu erstellen, wenn der oder die Forschende den Claiming-Service der DNB genutzt und dabei keinen Datensatz in der GND vorgefunden hat. In diesen Fällen wird ein Vorschlagsdatensatz generiert, der bereits Informationen aus dem ORCID-Record und den geclaimten Publikationen enthält. Dieser wird in der täglichen Arbeit gefunden, kann in einen GND-Datensatz umgewandelt und verknüpft werden.

Rund 94.000 ORCID iDs wurden in maschinell unterstützten Abgleichsverfahren mit den jährlichen ORCID-Dumps ermittelt und in die GND eingespielt (über die Verfahren berichteten wir im Mai 2019). Die maschinelle Herkunft wird durch die anderen Verfahren bestätigt und das Herkunftszeichen überschrieben. So auch durch die GND-Redakteur:innen, die seit Mai 2016 mehr als 52.000 ORCID iDs manuell in GND-Datensätze eingetragen oder bestätigt haben. Die Herkunftszeichen aus den Claiming-Services bleiben als gute wissenschaftliche Praxis erhalten; sie zeigen an, dass die Search&Link-Funktion durch die ORCID-Nutzenden selbst verwendet wurde.

Abb. 1: Statistik des ORCID-iD-Wachstums in GND-Personendatensätzen

Die ORCID iDs in den GND-Datensätzen ermöglichen den Einsatz eines anderen maschinellen Verfahrens: Mittels einer Routine werden jeden Abend Titeldaten der Deutschen Nationalbibliografie mit GND-Personen verknüpft, wenn die ORCID iDs übereinstimmen. Damit stehen die Verlinkungen auch über Linked Data zur Verfügung. In Abb. 2 wurden ausschließlich die neuen Verknüpfungen mittels ORCID iD gezählt – die bereits durch Formalerschließer:innen verknüpfte Titeldaten erhöhen die Anzahl der Verknüpfungen insgesamt.

Abb. 2: Via ORCID iD mit GND-Personendatensätzen verknüpfte Titeldatensätze der Deutschen Nationalbibliografie

Derzeit haben weltweit über 13,4 Millionen Wissenschaftler:innen einen ORCID-Record. In der Deutschen Nationalbibliografie enthalten derzeit knapp 800.000 Titeldatensätze mindestens eine ORCID iD, die überwiegend von Verlagen mit den Metadaten abgeliefert wurden. Das Verknüpfungspotential wächst täglich!

Haben Sie die Claiming-Services in der Deutschen Nationalbibliografie bereits genutzt?

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