Best Practices


Universitäten & Hochschulen


Ruhr-Universität Bochum

erstmals am 11. Dezember 2018 als Blogbeitrag erschienen

Für den Aufbau der Hochschulbibliographie waren wir als Ruhr-Universität Bochum (RUB) sehr früh auf der Suche nach einem Personen-Identifikator, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen und nutzen, der nicht auf die Bibliothekswelt begrenzt ist und den wir öffentlich sichtbar machen dürfen. Dieses Kriterium war uns wichtig, um den Identifier z. B. für die Generierung von Publikationslisten auf den Webseiten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einsetzen zu können. So verfolgten wir die Entwicklungen rund um ORCID sehr aufmerksam, auch die Tatsache, dass sich dieser Identifier zunehmender Beliebtheit erfreute. Zunächst fanden wir die damals von ORCID noch angebotene Möglichkeit, ORCID IDs für alle Mitglieder einer Universität automatisch erzeugen zu lassen, sehr spannend. So hätten wir allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen weltweit gültigen Identifier „verpassen“ und die GND-ID dadurch ersetzen können. Heute sind wir davon überzeugt, dass dies der falsche Weg gewesen wäre. Eine ID ist nur erfolgreich, wenn sie akzeptiert und im Wissenschaftsalltag genutzt wird. Dies geschieht nur, wenn es für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen offensichtlichen Vorteil bringt und dadurch eine eigene Motivation entsteht.
ORCID erfreut sich an der RUB zunehmender Beliebtheit. Aktuell (am 31.10.2018) sind über 2.000 Personen mit einer RUB-E-Mail-Adresse bei ORCID registriert und 687 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben (am 12.12.2018) ORCID mit der Hochschulbibliographie verknüpft. Das Feedback der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihr Profil mit der Hochschulbibliographie verknüpft haben, ist sehr gut. Sie schätzen es, dass wir Ihr ORCID-Profil automatisch mit Ihren gesamten Publikationen füllen und Ihre Forschungsleistungen weltweit noch sichtbarer werden. Die Hochschulbibliographie profitiert von diesem Wohlwollen, indem immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbsttätig neue Publikationen melden, sei es direkt über die Hochschulbibliographie oder auch über ORCID.

Die Angaben basieren auf einem Interview mit Veronika Josenhans http://orcid.org/0000-0002-7462-3847


Universität Regensburg

Die Universität Regensburg hat sich bereits im Oktober 2016 dazu entschlossen, am deutschlandweiten ORCID-Konsortium teilzunehmen. Grund hierfür war u.a. die Unterstützung einer non-for-profit Organisation, um eine offene und dauerhafte Autorenidentifikation, unabhängig von kommerziellen Diensteistern, anbieten zu können. Dadurch haben wir auch den Zugang zu der Membership-API erhalten. Diese erweiterte Möglichkeit sollte dann auch dazu genutzt werden, der Universitätsleitung den Mehrwert der Mitgliedschaft aufzuzeigen. Interessant war bei uns v. a., dass bereits mehrere Forschende eine ORCID hatten und dort Publikationen parallel zu unserem Repositorium einpflegten. Dieser Doppelaufwand war für die Forschenden nicht befriedigend und sollte idealerweise mit einem Datenaustausch behoben werden können.
Zusätzlich suchten wir schon seit Längerem nach einer Möglichkeit, eindeutige Publikationslisten für Forschende zu erstellen. Intern war dies durch eine Rechenzentrums-ID möglich, doch dies konnte nicht für externe Zwecke genutzt werden, da diese ID gerade nicht offen ist und zudem datenschutzrechtlichen Einschränkungen unterliegt. Gerade bei den öffentlichen Publikationslisten von Personen gab es immer wieder Rückfragen, da in diesen Listen Veröffentlichungen erscheinen, welche von einem anderen Autor mit dem gleichen Namen verfasst waren.
Zusätzlich wurde die Nachfrage von Forschenden nach ORCID immer größer, da diese ihre ORCID bei Zeitschriften etc. angeben mussten und sich somit für dieses Thema verstärkt interessierten.
Das Feedback war durchwegs positiv und der Einsatz von ORCID ist auf große Nachfrage gestoßen. Sowohl Forschende mit als auch ohne ORCID interessierten sich für die Umsetzung. Es wurden bereits mehrere Neuregistrierungen durchgeführt. Gerade die Unterstützung der Universitätsleitung hat sich hier als sehr hilfreich erwiesen, da sich dadurch die Forschenden direkt angesprochen fühlen. Insgesamt hat sich das Vertrauen der Wissenschaftler in ORCID durch die Mitgliedschaft im Konsortium und die Realisierung im Publikationsserver stark gefestigt.

Die Angaben basieren auf einem Interview mit Gernot Deinzer http://orcid.org/0000-0002-7462-3847


Technische Universität Dortmund

Die Technische Universität Dortmund ist bereits seit März 2015 Mitglied bei ORCID und seit November 2016 Mitglied des deutschen ORCID-Konsortiums. Die Mitgliedschaft wurde abgeschlossen, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Mehrwerte ihrer ORCID iD zu ermöglichen: Wir, die Universitätsbibliothek Dortmund (UB), exportieren Publikationen aus den ORCID-Records der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um sie in der Hochschulbibliographie bibliothekarisch aufzubereiten. Daraus lassen sich dann nicht nur Publikationslisten für die Webseiten einzelner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern dank bibliothekarischer Aufbereitung auch für spezifische Anforderungen wie z. B. einzelne Kooperationsprojekte oder alle Mitglieder eines Lehrstuhls erstellen. Die UB bietet außerdem an, Publikationen aus der Hochschulbibliographie in die ORCID-Records ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzuspielen. Gerade für gedruckte Publikationen, die nicht mittels eines DOI automatisiert in ORCID-Records importiert werden können, nehmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Service sehr gerne an.
Die UB profitiert von der ORCID-Integration, da sie so die Anzahl an Datensätzen in ihrer Hochschulbibliographie automatisiert deutlich erhöht und damit eine vollständigere Dokumentation der Forschungsleistung der Universität ermöglicht. Die bibliothekarische Aufbereitung der aus den ORCID-Records der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler importierten Daten ist notwendig, um Relationen zwischen Publikationen sowie verschiedenen beteiligten Autorinnen und Autoren der TU Dortmund und deren Zugehörigkeit zu einzelnen Lehrstühlen, Instituten oder Projekten darzustellen.
Wer sich mit seiner ORCID iD und unserer Hochschulbibliographie verlinkt hat, nimmt insbesondere den Service zur Generierung von Publikationslisten als Arbeitserleichterung wahr. Eine größere Marketing-Kampagne hierzu wird es im Wintersemester 2017/18 geben. Je nach Publikationskultur wird auch der Service des Einspielens von Daten aus der Hochschulbibliographie in die ORCID-Records als bereichernde Serviceleistung wahrgenommen.

Die Angaben basieren auf einem Interview mit Kathrin Höhner https://orcid.org/0000-0002-3988-7839 und
Hans-Georg Becker http://orcid.org/0000-0003-0432-294X


Technische Universität Hamburg

Seit dem Blogbeitrag „ORCID has launched. What’s next?” von Martin Fenner vom 22.10.2012 waren wir an der TU Hamburg davon überzeugt, dass die ORCID iD der Missing Link bei der Autor:innenidentifkation sein würde. ORCID war zu dem Zeitpunkt noch relativ unbekannt und es gab nur wenige praktische Anwendungen. Deshalb sollte eine Infrastruktur bereitgestellt werden, die die ORCID iD und ihren Nutzen an unserer Universität erfahrbar und sichtbar machen sollte. Das mittelfristige Ziel war, Personen in unserem Open-Access-Repositorium eindeutig identifizieren zu können und diese Information auch eindeutig an andere weitergeben zu können.
Die ORCID iD wird in den Ingenieurswissenschaften immer verbreiteter. Daher wird die automatische Übertragung von Publikationsnachweisen in den eigenen ORCID-Eintrag sehr geschätzt. Allerdings ist die Einrichtung dieser Funktion noch nicht selbsterklärend genug. Dazu trägt auch bei, dass derzeit bei zwei Systemen an unserer Hochschule unterschiedliche ORCID-Berechtigungen abgefragt werden.

Die Angaben basieren auf einem Interview mit Beate Rajski https://orcid.org/0000-0002-3988-7839 und
Oliver Goldschmidt http://orcid.org/0000-0003-0432-294X


Universität Bielefeld

Mit dem Publikationsmanagementsystem PUB verfügt die Universität Bielefeld über ein zentrales Instrument für den Nachweis und die Pflege von Publikationen von Universitätsangehörigen. Dieser Service ist innerhalb der Universität etabliert.Wir haben uns entschieden, ORCID in PUB zu integrieren, um auch weiterhin das Publikationsmanagement innovativ zu gestalten.
Desweiteren möchten wir unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen vollständig automatischen Publikationsprozess und -nachweis ermöglichen. Zudem planen wir, mit Hilfe der ORCID iD die Publikationslisten unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig aus unterschiedlichen, externen Quellen zu ergänzen.
Das Feedback unserer Forscherinnen und Forscher ist durchweg positiv. Viele hatten bereits vor der Integration in unserem System eine ORCID iD. Die Mehrwerte der vereinfachten Publikationspflege werden positiv wahrgenommen. Wir haben allerdings noch Schwierigkeiten, gewisse Fachbereiche mit diesem Service zu erreichen.

Die Angaben basieren auf einem Interview mit Petra Kohorst https://orcid.org/0000-0002-3619-1588 und
Vitali Peil https://orcid.org/0000-0002-6477-8992

Best Practice – Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen



Forschungszentrum Jülich

Mit mehr als 2000 WissenschaftlerInnen und über 60 verschiedenen wissenschaftlichen Instituten sind bei bibliometrischen Analysen für die gesamte Einrichtung viele Hürden zu überwinden. Unter anderem gilt es die Vielfalt der Affiliationen zu berücksichtigen, um zu identifizieren, welche AutorInnen überhaupt zum Forschungszentrum gehören. Bei einem flächendeckenden Einsatz von ORCID iDs würde dieser Arbeitsschritt erleichtert, da man wüsste, welche AutorInnen mit welchen ORCID iDs derzeit zum Forschungszentrum Jülich gehören. Ziel war es also, die AutorInnen sowohl zum Anlegen einer ORCID iD zu bewegen, als auch diese ORCID iDs zu kennen.
Das Feedback der WissenschaftlerInnen ist sehr positiv. Viele begrüßen ORCID und die damit einhergehende Eindeutigkeit in der Zuordnung von Publikationen und Personen. Die Möglichkeit, seinen ORCID-Record auf Wunsch aus der Publikationsdatenbank heraus zu aktualisieren, wird gerne genutzt.

Die Angaben basieren auf einem Interview mit Dr. Claudia Frick http://orcid.org/0000-0002-5291-4301