Allgemeines

Die Open Research and Contributor iD (ORCID) ist ein international anerkannter persistenter Identifikator für Forschende, der es ermöglicht, Wissenschaftler*innen mit ihrer Forschung zu verknüpfen. Die iD ist verlagsunabhängig und kann dauerhaft und institutionsunabhängig von Forschenden für ihren wissenschaftlichen Output verwendet werden. Die Registrierung erfolgt über https://orcid.org/ und ist grundsätzlich für alle offen.
Es besteht ein semantischer Unterschied zwischen ORCID und der ORCID iD. ORCID bezeichnet das Identifikatorensystem, das Verzeichnis oder die Organisation. Die ORCID iD meint den tatsächlichen alpha-numerischen Identifikator.

Beispiel: Meine ORCID iD habe ich erhalten, indem ich mich bei ORCID für eine freie iD registriert habe.

IPA Transkription: [‚ɔʀkɪt]

Phonetisch: „oar-kid

ORCID bietet eigene Trademark and ID Display Guidelines an. Eine ORCID iD sollte als komplette URI als Hyperlink dargestellt werden. Idealerweise sollte das ORCID iD-Icon vor die URI platziert werden. Das Icon kann in verschiedenen Versionen im ORCID repository heruntergeladen werden. Das ORCID Logo und das Icon sollen nicht bearbeitet oder verändert werden.

Beispiel: https://orcid.org/0000-0002-1825-0097.

Das ORCID Member Logo kann von allen Mitgliedern verwendet werden.

Das internationale ORCID-Konsortium ist eine verlagsunabhängige Non-Profit-Organisation, die von und für die Forschungsgemeinschaft gegründet wurde. ORCID vernetzt bereits über 4 Millionen Forschende eindeutig mit ihren Forschungsergebnissen.
Das deutsche Projekt „ORCID DE – Förderung der Open Researcher an Contributer ID in Deutschland“ wurde initiiert durch die Deutsche Initiative for Netzwerkinformation (DINI) und wird seit Anfang 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für drei Jahre gefördert. Projektpartner sind die Deutsche Nationalbibliothek, die Universitätsbibliothek Bielefeld und das Helmholtz Open Science Office.
Mit Hilfe einer ORCID iD können Forschende eindeutig Identifiziert werden. Für Institutionen bedeutet dies eine Verbesserung der Sichtbarkeit der Forschung. Publikationslisten lassen sich einfach erstellen und verwalten. Durch die Ernennung von sogenannten ‚trusted parties‘ lassen sich Publikationsmetadaten automatisch in die ORCID Profile der Forschenden übernehmen, ggf. auch in das institutionseigene Publikationssystem (Repository, FIS, oder Hoschulbibliografie). Weitere Vorteile von ORCID werden hier beschrieben.
Bei der Registrierung für einen ORCID-Account muss eine valide E-Mail-Adresse angegeben werden. Die Verifizierung des Accounts geschieht mit Hilfe eines Links, der per E-Mail an diese Adresse verschickt wird. Die Adresse wird als Haupt-Adresse für den Account sowie für das Einloggen in den Account verwendet.

Die Authenzität der iD kann durch Oauth sicher gestellt werden, wenn Forschende nach dem Einloggen bei ORCID ihre wissenschaftlichen Einrichtungen dafür autorisieren.

Das ORCID-Verzeichnis beinhaltet neben Publikationsmetadaten auch Angaben zu Affiliationen und Förderungen. Diese Angaben enthalten den Namen, die Adresse und eine eindeutige ID für die Einrichtung. Hierbei verwendet ORCID zur eineindeutigen Identifizierung von wissenschaftlichen Einrichtungen die Global Research Identifier Database (GRID), einem globalen Verzeichnis für Forschungsorganisationen sowie den Ringgold Identifier. Die Datenbank von GRID ist durchsuchbar und steht unter einer CC0 Public Domain Lizenz zur Verfügung. Ringgold IDs können nach Registrierung eines Gast-Accounts in der Datenbank gesucht werden.

Bei der Angabe im eigenen ORCID-Datensatz sollte möglichst die Dachorganisation angegeben werden, Institute oder Sektionen können in einem separaten Feld ergänzt werden. Wenn eine Affilitations-Angabe von den Nutzer direkt im ORCID Verzeichnis angegeben wird, erscheint nach Eingabe des Namen eine Liste von Organisationen, aus der die Nutzer die richtige Einrichtung auswählen können. Diese wird automatisch mit den jeweiligen Identifiern verknüpft.

Für Angaben zu Förderungen wird der Fundref Identifikator verwendet, ein Verzeichnis für Forschungsförderungseinrichtungen. Es kann als RDF oder CSV-Datei frei heruntergeladen werden.

ORCID Accounts können vom Nutzer jederzeit deaktiviert werden. Eine E-Mail wird an die Haupt-E-Mail-Adresse des Nutzers geschickt und dieser muss der Deaktivierung zustimmen.

Da die ORCID iD eine eineindeutige und persistente ID ist, wird sie nicht gelöscht oder neu vergeben. Bei einer Deaktivierung eines Accounts bleiben die verwendete Haupt-E-Mail-Adresse und die damit verknüpfte ORCID id bei ORCID gespeichert um eine spätere Reaktivierung zu ermöglichen. Im ORCID Profil werden in einem deaktivierten Profil keine persönlichen Informationen mehr angezeigt außer die ORCID iD. Wenn ein Account deaktiviert wurde, ist es nicht möglich, einen neuen Account mit derselben E-Mail-Adresse zu erstellen. Dadurch werden Dubletten vermieden. Im Falle eines Dublettenaccounts, sollte keine Deaktivierung sondern eine Zusammenführung (s.u.) durchgeführt werden.

Bei der Registrierung für einen ORCID-Account muss eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Wenn die selbe E-Mail-Adresse bei einer Neuregistrierung benutzt wird, wird die Person direkt darauf hingewiesen, dass mit der E-Mail-Adresse bereits eine ORCID iD verknüpft ist und darauf hin zum ursprünglichen Account weitergeleitet.

Sollte es doch einmal zu Account-Dubletten kommen, können zwei ORCID-Accounts zusammengeführt werden. Da es sich bei ORCID iDs um persistente Identifier handelt, wird die ID jedoch bei der Zusammenführung nicht gelöscht sondern zeigt jediglich auf den als Primary Account angegebenen Account. ORCID Nutzer können Accounts selber zusammenlegen, wenn sie sich an alle Login-Daten erinnern. Sollte dies nicht der Fall sein, wenden Sie sich bitte an das ORCID Support Team.

Beispiel:

Hans Müller möchte sich für eine ORCID iD registrieren. Während der Registrierung muss er seine E-Mail-Adresse angeben. Er versucht, sich mit der E-Mail-Adresse seiner Institution hans.müller@universitaet.de zu registrieren.

Hat Hans Müller bereits eine ORCID iD mit dieser E-Mail-Adresse registriert, wird er von ORCID darauf hingewiesen und kann sich direkt in seinen Account einloggen. Sollte er sein Passwort vergessen haben, kann er über den Link „Forgotten Password“ ein neues Passwort anfordern. Dies wird ihm per E-Mail zugesendet.

Wenn Hans Müller an einer neuen Institution arbeitet, ändert sich seine E-Mail-Adresse zu hans.müller@forschungsinstitut.de. Er kann seine ORCID iD mit mehreren E-Mail-Adressen verknüpfen und seine neue Adresse als Haupt-Adresse festlegen.

Hans Müller hat einen ORCID-Account sowohl mit seiner privaten als auch mit seiner institutionellen E-Mail-Adresse angelegt. Er möchte seine beiden Accounts zusammenführen. Dafür loggt er sich in den Account ein, den er behalten will und wählt unter Account settings „Remove duplicate“ aus. Hier gibt er die ORCID iD des doppelten Accounts oder die E-Mail-Adresse an, die er verwendet hat um den Account zu erstellen. Danach klickt er auf „Remove record“. Der Account wird nicht gelöscht, sondern als veralteter Account, der auf Hans Müllers aktiven Account verweist, behalten (siehe Beispiel: https://orcid.org/0000-0001-6151-2200)


ORCID in Deutschland

ORCID bietet eine Reihe von Outreach Materialien. Deutsche Übersetzungen für Flyer gibt es für die Zielgruppen Wissenschaftler*innen, Forschungsförderer, Fachgesellschaften, Universitäten und Forschungseinrichtungen und Verlage . Die Materialien sind frei nachnutzbar unter der Creative Commons Lizenz CC0 lizensiert.
Das 2017 erschienene datenschutzrechtliche Gutachten zu ORCID fiel positiv aus:

  • ORCID unterstützt durch seine Privacy-Funktionen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Nutzerinnen und Nutzer.
  • Nutzer können über ein nutzerkontrolliertes Identitätsmanagementsystem ihr Profil jederzeit einsehen und bestimmen, welche Inhalte für Dritte suchbar sind, welche Daten verarbeitet werden und wer Zugriff auf die Daten hat.
  • ORCID basiert auf einem offenen Softwaresystem, dessen Sourcecode für alle einsehbar ist.
  • Die konsortiale Struktur von ORCID ist aus verschiedenen Akteuren zusammen gesetzt und hat keine Gewinnerzielungsabsicht.

Informationen zu Datenschutz und Privatsphäre-Einstellungen bietet die ORCID Privacy Policy.

Über den Search and Link Wizard“ kann ein ORCID Account mit anderen Dienstleistern verknüpft werden, beispielsweise Crossref, Scopus Author ID, ResearcherID oder PubMed Central. Diese Funktion soll zukünftig auch genutzt werden können, um eine Verlinkung mit der GND herzustellen.
Außerdem soll GND-Anwendern die Möglichkeit gegeben werden in der ORCID-Registry „nachzuschlagen“, ob bereits ein Eintrag für die jeweilige Person vorhanden ist, mit dem eine Verknüpfung erzeugt werden kann.

Konsortium

Die Rechnungslegung für den Mitgliedsbeitrag erfolgt von der TIB in Euro ca. 4-6 Wochen nach dem Erhalt der Beitrittserklärung. Ein Beitritt ist jederzeit zum 1. eines Monats möglich. Die Abrechnung aller Mitglieder des Konsortiums findet danach jährlich zum selben Zeitpunkt (01.01.) statt. Wenn der Beitritt innerhalb des Jahres erfolgt, werden die Kosten für die Mitgliedschaft anteilig berechnet.
Der Austritt aus dem ORCID Deutschland Konsortium ist in jedem Jahr möglich. Senden Sie hierzu 90 Tage vor dem Verlängerungszeitpunkt eine Austrittserklärung (01.10.) an die TIB.
Die Public API steht jeder bei ORCID registrierten Person und damit auch Einrichtungen zur Verfügung, die nicht Mitglied von ORCID sind. Die Public API kann sowohl zur Authentifizierung von Forschenden als auch zur Suche nach und zum Abrufen öffentlicher Daten (Public Data) aus den ORCID-Records von Forschenden verwendet werden.

Die Member API (Basic und Premium) ermöglicht es Einrichtungen, mit der Einwilligung der Forschenden diese zu authentifizieren, auf read-only Informationen (Trusted Data) zuzugreifen, ORCID-Records zu bearbeiten und zu aktualisieren.
Weitere Ressourcen sind in folgenden Links zu finden:

Als Konsortialmitglied erhalten Sie monatlich einen „Premium Member Report, in welchem Sie die ORCID-Statistik Ihrer Einrichtung einsehen können. Diese Reports werden in einem Google Drive abgelegt. Der Report besteht aus den folgenden Feldern:

 

Email domain counts Anzahl von eindeutigen ORCID iDs, die auf die E-Mail-Domains der Einrichtung registriert sind.

Wenn die Einrichtung eine aktive Integration hat, wird auch die Anzahl der ORCID iDs angezeigt, die auf die E-Mail-Domains der Einrichtung registriert sind und bei denen die Einrichtung eine „Trusted Organization“ ist.

Toral new registrations Anzahl der mit der Einrichtung affiliierten Personen, die sich als Teil des iD-Verbindungsprozesses über das institutionelle System für eine neue ORCID iD angemeldet haben. Diese Zahl bezieht sich jeweils auf den Monat des Reports.
Total integration users Anzahl der Personen in der Einrichtung, die die Integration genutzt haben, um ihre ORCID iD an ein institutionelles System (z. B. Repositorium oder CRIS-System) anzuschließen. Diese Zahl bezieht sich jeweils auf den Monat des Reports
Integration users Grafische Darstellung der Anzahl der Personen, die die Integration pro Tag genutzt haben. Diese Graphik bezieht sich jeweils auf den Monat des Reports.
Actions taken by users Informationen über die Aktionen, die beim Verbinden einer ORCID iD mit dem System durchgeführt wurden (z. B. Authorization, New-Registration, Sign-in). Diese Information bezieht sich jeweils auf den Monat des Reports.
Users by country Länder, von denen aus auf die Integration zugegriffen wurde. Diese Daten werden aus der IP-Adresse des Rechners abgeleitet.

Wenn die Einrichtung noch keine aktive Integration hat, liefert der Report die Anzahl von eindeutigen ORCID iDs, die auf die E-Mail-Domains der Einrichtung registriert sind.


Technische Implementierung

Die Technische Implementierung wird in der Entwicklungsumgebung von ORCID durchgeführt, dort auch überprüft und frei geschaltet. Der Datenaustausch läuft über die Membership API. Die Integration in das eigene Informationssystem wird von den Institutionen selbst durchgeführt.
Integration Points werden von ORCID auf der Website beschrieben.
Beispiele, wie an deutschen Institutionen bei der Integration vorgegangen wurde, finden sich unter Best Practice.

ORCID bietet eine Reihe von Hinweisen für den Vorgang der Integration. Zudem finden in regelmäßigen Abständen Webinare statt.

Die Einbindung von ORCID wird von einigen Systemen automatisch unterstützt. Hierzu zählen zum Beispiel DSpace CRIS, VIVO oder Pure. Mehr Informationen bietet ORCID unter: ORCID enabled Systems.
Auf der ORCID-Website sind eine Reihe von Workflows für die Integration von ORCID zu unterschiedlichen Zwecken dargestellt.